La Cage aux folles

Ich bin, was ich bin,
und was ich bin, ist ungewöhnlich.

 

 

Buch:
Harvey Fierstein

 

Musik:
Jerry Herman

 

 

 

 

 

Helmut Baumann und „sein“ Theater des Westens haben es vorgemacht:
“La Cage” ist mehr als Boulevardtheater mit schwungvoller Musik (wie es auch die Original-Broadway-Inszenierung scheinbar Glauben machen wollte).
“La Cage” ist ein schrilles, tempogeladenes Emanzipationsstück:

Leider ist aus der geplanten TV-Aufzeichnung dieser Bühnen-Produktion nichts geworden - und auch mein Programmheft ist im Trubel des Schlussapplauses verloren gegangen.

 

 

 

Die St.Tropez-Glamour-Revue wird in dieser Inszenierung noch viel stärker betont. Der Theaterraum verwandelt sich in eine französische Revue-Hölle mit Tischchen und Bewirtung. Es gibt zwei Bühnen:

 

Rechts – Bühne 1
die Showbühne
hier wird getanzt, gesungen
das Revueprogramm
wird für die Handlung nur selten unterbrochen

Links – Bühne 2
die Handlung
das wahre Leben, na ja, was die
Cagelles eben so darunter verstehen

 

1.Akt:


 

Es gibt keine Ouvertüre.

Es geht gleich mit dem Opening
als Ensemblenummer los.

Derweil geht es hinter der Bühne
drunter und drüber.

Und die Cagelles machen gleich weiter.

Albin ist nervös
und verunsichert. Das ändert sich
erst als er sich an den Schminktisch
setzt. Während er „Maskara“ aufträgt, fährt der Schminktisch zur Showbühne, wo Zaza nun ihren großen Auftritt hat: mit persönlicher Moderation und einem Jerry Herman-Medley (damit wird auch deutlicher, warum Zaza so ein großer Star ist).

Während sich Albin auf der Bühne
abrackert, kommt Jean-Michel
zu seinem Vater.
Der Fehltritt spricht von seiner Liebe.

Und die Cagelles haben den richtigen Tanz dazu.

Jean Michel erzählt von seinen Schwieger-
eltern in spe und dass sie seine Eltern kennen-
lernen wollen. Albin kommt dazu. Georges
möchte Albin alles erklären, doch er ist zu feige
dazu.

So startet Zaza wohlgelaunt in das Finale
des Bühnen-Programms.
Die Cagelles geben gerade auf der Bühne
ihr Bestes,

als Albin hinter der Bühne die
Wahrheit erfährt: Georges hat die echte
Mutter eingeladen. Sohn und Ehemann
stehen nicht zu ihm und seinem Naturell.
Er wird zurück auf die Bühne geschubst, doch er schmeißt das Finale. Stattdessen
sorgt er für den Höhepunkt des Abends: seine Lebensgeschichte „Ich bin, was ich bin“.



2. Akt


Albin hat das gemeinsame Haus verlassen.
Georges findet ihn schließlich übernächtigt
und erschöpft.
Er macht ihm eine ergreifende Liebes-
erklärung. Doch ist auch Albin davon
überzeugt worden?

Die Cagelles proben,
obwohl die Stimmung ziemlich mies ist.
Erst als „Onkel Albert“ auftaucht, bessert
sich die Laune. Alle schwelgen in
Erinnerungen.
Doch als Albin so richtig romantisch ist,
fällt Georges auf, dass man noch einiges
am männlichen Auftreten des Onkels ver-
ändern muss.

Männlich schreitet der in die Wohnung
zu Jean Michel. Der ist entsetzt, sieht
seine Ehechancen schwinden und macht
beiden heftige Vorwürfe.

Albin rettet sich auf die Probenbühne, wo er mit einer Cagelle
einen wehmütigen Augenblick verlebt.

Unterdessen rückt Georges seinem
missratenem, prestige-geilem Sohn den
Kopf zurecht.

Albin hat wieder Mut gefasst und
beschließt kurzerhand die „Cage“-Bühne
in ein feines Restaurant zu verwandeln.
Begeistert helfen ihm die Cagelles dabei,
was zu einem Slapstick-Tanz wird.

Denn auch Georges und Jean-Michel
versuchen ihr Leben umzugestalten. In
der Wohnung verstecken sie alles (na ja,
fast alles), was die Schwiegereltern
misstrauisch machen könnte.

Damit sind die Grenzen verschwunden: Was ist Spiel? Was ist Wahrheit? Wo ist die Bühne, wo das richtige Leben? Beide Spielorte sind miteinander vereint, als plötzlich die Dindons auftauchen. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Dabei werden erst die Cocktails serviert.
Mutter Albin erscheint. Ganz Dame ist er der prekären Situation gewachsen und bugsiert kurzerhand die Gesellschaft in das piekfeine Restaurant im Erdgeschoss, wo sich die Cagelles in Gäste und Personal verwandelt haben.

Alles läuft perfekt. Die Stimmung wird immer besser.
Als die Cagelle, die die Wirtin spielt, Albin zu einem Liedchen animiert, lässt sich der nicht lumpen und reisst sich wie gewohnt am Schluss die Perücke vom Kopf.
Das Politikerehepaar erkennt den Sündenpfuhl, doch Jean Michel und seine Geliebte halten zu Albin und Georges. Die Cagelles haben die Presse mobilisiert. Ein Entkommen ist unmöglich. Es gibt nur eine Möglichkeit: Die Didons müssen Vorurteile überwinden und sich verkleiden.


Der Vorhang öffnet sich
zum großen Finale.